GGU-RETAIN: Nachweis vertikale Tragfähigkeit¶
Detaillierte Hinweise zum Nachweiskonzept sind in der EAU 2012, Abschnitt 8.2.5.5 sowie in der EA-Pfähle (2012) enthalten.
Der Nachweis wird im Menüeintrag "Editor 1 / Nachweise / Teilsicherheiten" mit dem Schalter "Nachweis "Vertikale Tragfähigkeit" (EAU, EAP bzw. EAB) führen" aktiviert. Nachgewiesen wird nach EAB EB 84, dass die Bemessungseinwirkung V,d den Bemessungswiderstand R,d aus Spitzendruck und Mantelreibung nicht überschreitet: µ = V,d / R,d ≤ 1. Die Ergebnisse zeigt der Menüeintrag "Summe V".
Mantelreibung¶
Mantelreibung wird erst unterhalb der Baugrubensohle angesetzt.
- "Verfahren 1: EAU Bild E 4-3 (links)": Oberhalb des theoretischen Fußpunkts (TF) geht die Vertikalkomponente des Erdwiderstands als Widerstand ein. Mit "Jahresbericht EAU 2022 verwenden" wird dort keine Mantelreibung angesetzt.
- "Verfahren 2: EAU Bild E 4-3 (rechts)": Mantelreibung wird ab der Baugrubensohle angesetzt.
Bei Spundwänden mit Erfahrungswerten nach "EAB 2021", aktiviertem Schalter "Wand ist abgegraben" und Verfahren 2 wird die Mantelreibung zwischen Baugrubensohle und TF nach EAB EB 85 Absatz 4 a) verdoppelt. Eigene Erfahrungswerte werden ab Version 13.6 nicht verdoppelt; sie gehen so ein, wie Sie sie eingeben.
Verlängerung und Mindesteinbindung¶
- "Verlängerung unter TF [m]:" verlängert die Wand nur für diesen Nachweis. Die Verlängerung wird ab Unterkante Profil gemessen, nicht ab dem TF. Sie erhöht Mantelreibung und Eigengewicht; der Spitzendruck wird am tieferen Fußpunkt ermittelt.
- "Mindestwert [m]:" (Rahmen "Mindesteinbindung in tragfähige Schichten"): Bindet der Fußpunkt weniger tief in tragfähige Schichten ein, gilt der Nachweis als nicht erbracht. EAU und EAB fordern keine Mindesteinbindung; mit 0,0 entfällt die Prüfung.
Erfahrungswerte¶
Je Boden geben Sie in "Editor 1 / Böden" entweder qc (nichtbindiger Boden) oder cu,k (bindiger Boden) an. Daraus ermittelt das Programm qb,k und qs,k nach den gewählten Erfahrungswerten (EAU, EA-Pfähle bzw. EAB 2021). Ein Boden mit qc = 0 und cu,k = 0 gilt als nicht tragfähig: Er liefert weder Mantelreibung noch Spitzendruck. Neue Böden sind mit qc = 10 MN/m² und cu,k = 0 vorbelegt; ändern Sie diese Werte nicht, rechnet das Programm mit qc = 10 MN/m².
Mit "Eigene Erfahrungswerte verwenden" geben Sie in "Editor 1 / Böden" stattdessen qb,k [MN/m²] und qs,k [kN/m²] je Boden an. qs,k wird wie eingegeben angesetzt. qb,k geht nur dann unverändert ein, wenn "qbk über Mittelung von qc oder cuk berechnen" ausgeschaltet ist; sonst wird der Wert wie qc über die Tabellen umgerechnet.
Teilsicherheiten und Abminderungen¶
Spitzendruck und Mantelreibung werden durch "gamma(qb,k)" bzw. "gamma(qs,k)" geteilt und mit "Abminderung Spitzendruck" bzw. "Abminderung Mantelreibung" multipliziert. Mit "Anpassungsfaktor eta(t) gem. EAB EB 85 berücksichtigen" wird der Spitzendruck bei geringer Einbindetiefe nach EAB EB 85 Absatz 7 abgemindert; bei Erfahrungswerten nach EA-Pfähle kommen deren Anpassungsfaktoren hinzu. Eine Gruppenwirkung eng stehender Elemente wird nicht berücksichtigt.